Hepatitis A-Infektionen in Bayern

Die Zahl der Hepatitis A-Fälle in München und Bayern ist weiterhin hoch. Besonders betroffen sind Männer, die Sex mit Männern haben.

Die Zahl der Erkrankungen steigt

Die Zahl der Hepatitis A-Erkrankungen in Bayern ist seit ungefähr einem Jahr deutlich höher als in den Jahren zuvor. Das trifft vor allem für München und seit kurzem auch für Nürnberg zu. Von zehn Erkrankten sind neun männlich. Ein Großteil der Betroffenen gab an, Sex mit Männern gehabt zu haben. Ein Ende der Ausbreitung zeichnet sich nicht ab. Es muss mit weiteren Fällen gerechnet werden.

Hepatitis A

Bei Hepatitis A handelt es sich um eine Viruserkrankung der Leber. Die Krankheit kann fast unbemerkt verlaufen oder mit einer Grippe oder einem Magen-Darm-Infekt verwechselt werden. Dann wird die Hepatitis oft gar nicht diagnostiziert. Betroffene können sich abgeschlagen fühlen, leichtes Fieber haben oder unter Appetitlosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Druckschmerzen im Oberbauch leiden. Alles Symptome, die für eine Hepatitis A-Infektion sprechen können. Weitere Anzeichen, wenn auch nicht sehr häufige, sind eine gelbe Verfärbung der Augen und Haut („Gelbsucht“), oder ein dunkel verfärbter Urin oder heller Stuhl. Nicht selten geht es den Patienten aber so schlecht, dass ein längerer Krankenhausaufenthalt nötig ist.

Übertragungswege

Wissen sollte man, dass die Infektion auch übertragen werden kann, wenn bei Erkrankten noch keine Symptome aufgetreten sind. Die Hepatitis-A-Viren werden über den Darm ausgeschieden und über den Mund wieder aufgenommen.

Reisehepatitis

Die meisten Patienten in Deutschland infizieren sich bei Auslandsreisen. Das geschieht, durch verunreinigtes Wasser oder infizierte Nahrungsmittel.

Sexualverhalten

Eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht bei Sexualverhalten, bei dem Möglichkeit der Aufnahme von Fäkalspuren besteht. Besonders riskant sind oral-anale Sexualpraktiken, aber auch indirekte Übertragungswege sind möglich. Das Virus findet dabei seinen Weg über den Anus an die Finger und dann in den Mund.

Wichtig:
Die Verwendung von Kondomen bietet bei analen Sexualpraktiken keinen sicheren Schutz vor einer Hepatitis A Infektion. Bereits durch das Anfassen der Kondome können Fäkalspuren übertragen werden.

die münchner kamüagne gegen steigende hepatits a zahlen - die männerzunge die das virus leckt

Riskante Sexualpraktiken

  • Stimulation des Anus mit Lippen oder Zunge (Anilingus, Zungenanal)
  • Fingering / Fisting
  • Kontakt mit benutzten Kondomen, Dildos oder Sextoys
  • gemeinsam verwendete Töpfe mit Gleitmittel

Schutz vor Hepatitis A

Gegen Hepatitis A kann man sich impfen lassen. Ungefähr zwei Wochen nach der ersten Impfdosis ist der Geimpfte in der Regel geschützt. Der Hausarzt informiert über die Hepatitis A-Impfung. Wenn Sie beim Arzt angeben, dass Sie häufig wechselnde Sexualpartner haben, übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Wichtig:
Kondome sind kein sicherer Schutz!

Wissen schützt

Wenden Sie sich an einen Arzt oder eine Ärztin, wenn Sie Kontakt zu infizierten Personen gehabt haben. Informieren Sie auch ihre schwulen Freunde. Lassen Sie sich beraten!

Wenn Sie sich krank fühlen, suchen Sie bitte einen Arzt oder eine Ärztin auf. Achten Sie auf die oben genannten Krankheitszeichen, wenn Sie ein Risiko hatten!

Wichtig:
Verzichten Sie auf Sex bis eine Hepatitis A-Infektion ausgeschlossen werden kann.

Weiterführende Informationen

Foto und Illustration stammen mit freundlichen Dank von SAG München