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Der HIV-Schnelltest

Ein neueres Verfahren ist der HIV-Schnelltest, für den nur ein Tropfen Blut benötigt wird und dessen Ergebnis schon nach einer halben Stunde vorliegt.

Was zunächst einfach klingt, hat jedoch eine Einschränkung: Nur einige AIDS-Hilfen und Beratungsstellen in Bayern bieten den HIV-Schnelltest an. Sie erheben dafür eine Gebühr von etwa 25 Euro. Wichtig zu wissen ist auch, dass die Treffsicherheit des Schnelltests nicht ganz so hoch ist wie die des klassischen Testverfahrens. Wenn ein Schnelltest also „HIV-positiv“ ergibt, sollte dies immer durch einen klassischen HIV-Test bestätigt werden – mit der bekannten Wartezeit.

Wenn der HIV-Test positiv ist

Die Mitteilung, HIV-positiv zu sein, scheint von einem Moment auf den anderen die ganze Lebensplanung in Frage zu stellen. Unzählige Fragen, Ängste und Sorgen sind plötzlich da; wie wird es weitergehen für mich, meinen Partner, meine Partnerin, meine Familie?

In diesem Moment nicht allein zu sein, ist wichtig. Die Expertinnen und Experten in der AIDS-Beratung haben große Erfahrung in der Begleitung Betroffener und sie haben allen Grund, Hoffnung und Zuversicht weiterzugeben. Denn HIV-positiv zu sein, bedeutet heute nicht mehr, innerhalb weniger Monate sterbenskrank zu werden. Auch wenn die Infektion noch immer nicht heilbar ist, so kann sie doch – rechtzeitig erkannt – in den allermeisten Fällen so gut behandelt werden, dass viele Jahre und Jahrzehnte vor den Betroffenen liegen.

Wie man den eigenen Weg findet, mit HIV zu leben, wo es Ansprechpartner für die medizinische Betreuung gibt, wer bei praktischen Fragen weiterhilft und wo es Kontakt zu anderen Betroffenen gibt, all das ist Thema im Beratungsgespräch bei der Mitteilung des HIV-Testergebnisses. Damit niemand mit der Diagnose „HIV-positiv“ nach Hause geht und nicht weiß, wie es weitergehen soll.

Wissen gibt Sicherheit für die Zukunft!

Und dann?

Das Ergebnis

Positiv oder negativ? Zwei kleine Wörter, hinter denen beim HIV-Test zwei Welten liegen: Erleichterung, wenn das Ergebnis „negativ“ lautet, oder aber das Gefühl, am Abgrund zu stehen, wenn der Test positiv ausfällt. Wie geht es jetzt weiter?

Allein gelassen? Nicht bei uns!

Die Mitteilung über das Ergebnis des HIV-Tests erfolgt immer in einem persönlichen, vertraulichen Gespräch. Niemand bekommt den Befund in die Hand gedrückt und wird dann verabschiedet – im Gegenteil: Gemeinsam wird über das Ergebnis gesprochen und darüber, was es für die Zukunft bedeutet.

Ein Netz für Prävention, Beratung und Hilfe

Ob vor oder nach einem HIV-Test oder ganz unabhängig davon: In Bayern gibt es ein dichtes Netz für Prävention, Beratung und Hilfe in Sachen HIV. Dazu gehören die AIDS-Beratungen der Gesundheitsämter, zehn Psychosoziale Beratungsstellen und vier AIDS-Hilfen e.V., die medizinische Beratung in Kliniken und Schwerpunktpraxen sowie Projekte mit besonderen Schwerpunkten, etwa für etwa für Frauen mit HIV, für Männer, die Sex mit Männern haben, oder für Menschen mit Migrationsgeschichte. Informationen dazu gibt es im Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung.

Warum?

Unsicherheit belastet

Viele Männer und Frauen waren schon einmal in einer Situation, in der das Risiko für eine HIV-Infektion bestand. Die Unsicherheit in den Wochen danach ist eine große Belastung. Habe ich mich angesteckt? Konnte das Virus in meinen Körper gelangen? Gibt es vielleicht schon Hinweise auf eine Infektion? Oder mache ich mir ganz unbegründet Sorgen?

Die Antwort suchen

Die einzige Möglichkeit, auf diese Fragen eine sichere Antwort zu bekommen, ist ein HIV-Test, verbunden mit einem vertrauensvollen Gespräch mit einem Experten, einer Expertin in Sachen HIV. Die Fachkräfte an den Gesundheitsämtern, AIDS-Beratungsstellen und AIDS-Hilfen in Bayern beraten vertraulich und anonym und führen HIV-Tests durch.

Wissen gibt Sicherheit

Wie auch immer das Ergebnis des Tests ausfallen mag: Wissen gibt Sicherheit. Die Sicherheit zu wissen, dass es noch einmal gut gegangen ist, und dass man sich besser schützen wird, sollte es eine ähnliche Situation geben, um diese Sorgen nicht wieder zu erleben. Oder auch die Sicherheit, zu wissen, dass man HIV in sich trägt, dass man eine neue Verantwortung für sich selbst, für seinen Partner, seine Partnerin hat – und dass es in Bayern ein dichtes Netz für Beratung, Behandlung und Hilfe gibt, das einen jetzt auffängt. Denn rechtzeitig erkannt und behandelt, sind die Chancen auf ein langes Leben mit HIV gut.

Und wenn ich lieber gar nichts über meinen HIV-Status wissen will?